Samstag, 4. Februar 2012

Mal sehen



Ich würgte. Ich spuckte. In meinem Kopf tobte eine Kakophonie dissonanter Töne. Dann wohlige Dunkelheit, der Radau ebbte ab und machte leisen Liedfetzen platz, die aus weiter Ferne in mein Hirn drangen. Als schliefe ich in einer kleinen Hütte oben auf den Klippen und drunten in der Bucht wird unter bunten Laternen eine Strandparty gefeiert. Je nach Windrichtung ist die Melodie mal leiser, mal etwas lauter, doch nie so laut, dass ich das Lied erkennen könnte. Ich stelle mir vor, wie der böige Wind die Flammen des Lagerfeuers peitscht und sie in alle Richtungen peitscht und lodern lässt. Ich möchte aufstehen und hinuntergehen, doch meine Glieder folgen nicht meinem Willen. Der Traumanteil an meinem Bewusstsein ist noch zu groß, und nur langsam dämmert mir, dass es gar keine Bucht gibt und keine Hütte. Nur eine zehn Kilometer große weiße Murmel unter blauem Abendhimmel. Ein in der Zeit gefrorener Atompilz.


"Ich bin Malerin. Künstlerin", sagte eine Stimme nicht weit von mir, "jedenfalls war ich das einmal".

Ich wollte die Augen öffnen, doch meine Lider waren schwer wie LKWs. Vielleicht sollte ich schreien, überlegte ich, aber mir war nicht nach schreien. Schließlich tat mir nichts weh und kein Monster bedrohte mich. Also wozu unnötig Aufmerksamkeit erregen? Die Situation war sowohl ermüdend als auch unbefriedigend.

"Vielleicht ist meine Arbeit schuld daran, dass ich jetzt hier bin. Sie muss schuld daran sein. Was sonst könnte mich in diese Lage gebracht haben? Ich habe nichts Aussergewöhnliches getan ausser meiner Arbeit. Also, so viel ist klar. Hm"

Jetzt wollte ich aufstehen und Fragen stellen. Ich erinnerte mich. Der Liegestuhl auf der Murmel, die angeblich ein Atompilz war. Auf dem Liegestuhl die nackte Frau, der ich meine Jacke lieh und die ich Karla nennen durfte. Ich konnte murren. Mehr ein Knurren. Schreien, geschweige denn reden, konnte ich nicht. Ich konzentrierte mich auf meinen rechten kleinen Finger. Nein, lieber den Zeigefinger. Er bewegte sich. Dachte ich jedenfalls. Wozu sich eigentlich bewegen, wenn es ohnehin nichts zu tun gab? Ich beschloss, meine Anstrengungen aufzugeben und einfach abzuwarten, bis ich richtig und sozusagen von alleine, durch einen natürlich Lauf der Dinge, aufwachte.

Etwas stubbste mich in meine Seite. Es war weder unangenehm hart noch zärtlich weich. Aber es konnte stubbsen, und das gleich zweimal. Mein Traumbewusstein zerbarst wie eine Seifenblase im Ascheregen. Ich war wach, konnte meine Augen öffnen, meinen Kopf drehen, meine Hände bewegen.

"Na, endlich wach?", fragte sie.

"Hmm...mmm"

"Bist du irgendwie krank? Das hörte sich gar nicht gut an eben"

"Nein, ist alles in Ordnung, so wache ich immer auf. Wie lange habe ich geschlafen?"

Ich erinnerte mich, wie ich von dem Liegestuhl aufgestanden war und mich auf die mattweiße Zeitfläche, die den gefesselten Atompilz umschloss, gelegt hatte. Ich musste sofort eingeschlafen sein.

"Schwer zu sagen, höchstens fünf Minuten", sagte Karla achselzuckend.

Da ich immer noch auf dem Rücken lag, ließ ich erstmal den Abendhimmel auf mich wirken. Er war nun fast schwarz und mit meinen alten Bekannten übersät. Seltsam, dachte ich, die Dämmmerung scheint viel weiter fortgeschritten zu sein als nur fünf Minuten. Ich sah zu Karla hinauf. Sie hatte sich leicht vorgebeugt und fuhr mit ihren Händen massierend ihre Schienbeine auf und ab, fast wie in Trance. Ich sollte sie nach dem seltsamen Alten fragen, dachte ich bei mir. Und woher der Liegestuhl stammte, warum sie keine Kleidung trug ausser meiner Leihjacke und warum sie nicht primatenmäßig auf den Boden trommelnd umhertanzte ob der grandios absurden Situation, in der wir steckten. Dabei war alles so einfach. Unten der Atompilz, oben der Himmel. Dazwischen wir beide. Banaler ging es fast nicht mehr.


Donnerstag, 2. Februar 2012

Erde an Moves



Draußen weht der Ostwind feinen Schneestaub vom Dach,
in weißen Geisterwolken wirbelt er am Fenster vorüber

Ich denke in Sternen
und fühle in Monden

Dienstag, 17. Januar 2012

Januarmoosung



Nach dem "Gott des Gemetzels" gingen wir noch in eine Weinstube. Ich trank einen Milchkaffee und einen gewöhnlichen Kaffee, sie bestellte ein Glas Rotwein.


"Und was hast du heute sonst noch so gemacht?"

"Kurz bevor ich dich abholte war ich noch joggen. Dabei habe ich eine Moosung durchgeführt"

"Eine .... was?"

Sie schien tatsächlich verunsichert. Ängstlich verunsichert, nicht neugierig verunsichert. `Was kommt denn jetzt´, schien sie zu denken, `hoffentlich nix Ekelhaftes´.

"Eine Moosung", wiederholte ich und fing an zu erklären:

"Meine Joggingstrecke führt an einer kleinen Anhöhe vorbei. Oben auf der Anhöhe steht ein Wasserpumphäuschen, das rundherum mit Erde bedeckt und begrünt ist". Dass das ganze von weitem wie eine weibliche Brust mit aufgerichteter Warze aussieht ließ ich erstmal noch unerwähnt.

"Das Gras auf der Südseite des Pumpenhaushügelchens ist angenehm mit Moos durchsetzt. Wenn man sich darauf legt kühlt man von unten nicht aus."

"Aha"

"Ja. Denn eine richtige Moosung kann nur bei böigem, eisigem Ostwind durchgeführt werden. Ob der Himmel nun bedeckt ist oder wolkenlos ist dabei nicht so wichtig."

Ich wartete kurz auf eine Erwiderung, aber als keine kam, fuhr ich fort:

"Ich bin also von meiner Joggingstrecke runter und den kleinen Abstecher zu meiner Moosungsstelle gelaufen. Es war ungefähr zehn Minuten vor Sonnenuntergang. Als ich von zu Hause losgelaufen war fröstelte ich noch etwas wegen des kalten Windes, doch bei der kleinen Anhöhe angekommen war mir schon längst angenehm warm. Ich legte mich auf den kleinen Abhang auf das isolierende Moos und streckte alle Viere von mir. Über mir spannten sich die kahlen Äste des Bergahorns, der direkt neben dem Pumpenhäuschen steht. Der Eiswind aus den Steppen Russlands pfiff und rauschte durch den Ahorn, doch ich lag windgeschützt und warm."

Ich legte eine Kunstpause ein und nippte von meinem Kaffee. Sie schaute interessiert, doch sagte nichts.

"Moosungen können nur im Winter durchgeführt werden. Im Sommer ist das Gras zu hoch, und selbst wenn es gemäht ist muss man ja befürchten, von den Zecken aufgefressen zu werden. Ausserdem gibt es im Sommer nicht diesen dramatischen Gegensatz zwischen brausendem Eiswind und wohliger Laufhitze. Ich liege dann immer da auf dem Moos, höre dem Wind zu und betrachte den Himmel durch die schwankenden Äste des Ahorns."

Dass ich dabei manchmal die Finger in das weiche warm-feuchte Moos drücke ließ ich unerwähnt. Ich war mir nicht sicher, ob das nicht als Anspielung missgedeutet werden würde.

"Und da ich die Moosung heute vorgenommen habe, ist es eine Januarmoosung gewesen. Die sind relativ selten, denn oft liegt ja Schnee in diesen Tagen, oder das Moos ist nass. Nasses Moos ist ein Moosungsausschlussfaktor."

"Und wie lange liegst du da dann so?"

"Hm....schwer zu sagen. Höchstens fünfzehn Minuten, denke ich. Länger geht nicht, weil ich dann auskühlen würde. Die dünne Laufjacke hält ja nicht warm auf Dauer, wenn man sich nicht bewegt."

"Sag Bescheid, wen du das nächste Mal zum Moosen gehst, dann laufe ich mit!"

"Ok", sagte ich.

Dann zahlten wir.


Montag, 9. Januar 2012

Ach was



Heute beim Joggen keine Moosung durchgeführt, zu nass. Und die Toten zu unruhig in ihrem Gemergel. Mir war, als würde ein riesiger ausserirdischer Zeppelin die Erde durchqueren. Ein Zeppelin aus glitzerndem Kristall, im Durchmesser nur knapp kleiner als die Erde und gemacht aus einem Material ähnlich Neutrinos, die normale Materie wie nix durchdringen können. Er fliegt frontal auf die um die Sonne wandernde Erde zu, doch anstatt sie zu rammen dringt er einfach durch sie hindurch mit einem kaum wahrnehmbaren mmmhhhchhh. Die Schichtungen aus Toten tief unter uns beginnen hörbar zu schwirren wie die Saiten einer Geige, über die der Bogen streicht.


Als ich das planetengroße Leitwerk an mir vorbei in der Erde verschwinden sehe, denke ich an ein Gedicht, das ich vor Urzeiten ersonnen hatte. Ich glaube, es war irgendwann in den neunzigern des vorigen Jahrhunderts:

Manchmal, wenn man ganz still ist
und sich nicht bewegt,
dann fühlt man, wie die Zeit lautlos
durchs Zimmer schwebt,
fast unbemerkt.
Hebt man die Hand und hält sie
in den unendlichen Strom
sieht man sie faltig und welk werden.
Die Gedanken sind traurig und schwer,
denn das Kind, das man war,
ist verloren

Die nackte Frau neben mir auf dem Liegestuhl, die meine Jacke trägt, sagt nichts. Sie hat ihre Hände im Schoß verschränkt und schaut auf ihre Fingernägel. Ich schaue mich um, doch es gibt nichts anderes zu sehen als Himmel und die weissliche runde Oberfläche des Atompilzes. Schräg hinter mir sinkt Venus, der Abendstern dem Horizont entgegen, rechts über uns ist schon Jupiter zu erkennen. Es handelt sich um die momentan korrekte Konstellation. Aber oberirdische Atomexplosionen werden seit über fünfzig Jahren nicht mehr durchgeführt.

"Wo ist der alte Mann jetzt?" fragte ich.

"Als er mich hier auf den Liegstuhl packte rutschte er mit seinen nassen Badelatschen aus. Aus seiner Manteltasche fiel eine Flasche Scotch. Sie ging aber nicht kaputt, sondern fing an zu rollen, wurde immer schneller, folgte der Schräge. Der Typ rannter hinterher, rutschte nochmals aus, rannte wieder, bis er und die Flasche ausser Sicht waren. Ich nehme an, er ist runtergefallen"

"Hm", machte ich. Schade um den Whisky.

Die Situation war ermüdend. Ich stand von dem Liegestuhl auf und legte mich direkt auf der Zeitfläche auf den Rücken. Droben kamen nun immer mehr Sterne zum Vorschein. Ein warmer Wind wehte, spielte mit Karlas Haaren. Ich wurde nicht schlau aus ihr. Es war egal.


Mittwoch, 4. Januar 2012

Na sowas (IV)

Beim Hinsetzen auf den Liegestuhl hatte ich nicht bedacht, dass sich Karla damit nicht mehr in meinem direkten Blickfeld befand, was ich sehr schade fand. Wie ein romantisches Liebespaar schauten wir nun in eine gemeinsame Richtung, in der es nur leider nicht viel zu sehen gab. Bloß den nahen Horizont des gefrorenen Atompilzes, dahinter der zunehmend erdunkelnde Abendhimmel mit Venus im noch sternenlosen Nichts. Ich überlegte, was ein normal denkender Mensch in einer solch unvorhergesehenen, ja unverhofften Situation tun würde. Vor meinem inneren Auge erschien ein flüchtiger Bekannter, der in der Immobilienabteilung der Raiffeisenkasse arbeitete. Was würde er wohl tun, wenn er Feierabend machte, aus der Tür seines Büros trat und sich plötzlich alleine mit einer schönen nackten Frau auf einem Atompilz wiederfand? Ich wurde nervös, mir fiel keine Lösung ein. Vielleicht wäre es ratsam gewesen, den Irren nicht unter dem Stein zu begraben. Womöglich war er eine Inkarnation des Universums selbst, das jetzt plötzlich stillstand ob meiner brutalen Attacke. Dabei hatte ich doch nur in Notwehr gehandelt, gewissermaßen. Aus einer Stresssituation heraus.
Ich hatte Karla etwas gefragt. Jetzt fiel mir wieder ein, dass sie noch nicht geantwortet hatte. Stattdessen zog sie die Schoßzipfel meiner Jacke enger um sich und ein Stück weiter über ihre Oberschenkel. Ihre Knie berührten sich fast. Ich schätzte, dass der Zwischenraum etwa drei Millimeter betrug. Oder auch fünf. Es war schwer zu sagen aus meiner Perspektive. Ich überlegte, wieder aufzustehen und vor sie hinzuknien, um den Abstand genauer abschätzen zu können und dabei auch gleich herauszufinden, wie es zu diesem kleinen Abstand kam, warum sich die Knie nicht ganz berührten. Nach reiflicher Überlegung fasste ich den Entschluss, dass eine solche Unternehmung im Augenblick wohl doch nicht angebracht ist. Ihre nackten Füße ruhten auf der milchig weißen Oberfläche der Zeitmembran. Ich versuchte es mit einer anderen Frage:

"Ist Ihnen nicht kalt? Sie haben doch bestimmt kalte Füße?"

"Nein, der Boden ist nicht kalt. Fühlt sich eher warm an"

Ich legte meine Hand auf den glasigen Boden mit den zart mäandernden Farbschlieren darin, etwa drei Zentimeter von ihrem linken Fuß entfernt. Sie zog ihn nicht zurück. Ihre Zehennägel waren lackiert, aber nicht auffällig. Ein dezenter rosa glänzender Schimmer verlieh den Nägeln eine gepflegte Durchsichtigkeit.
Die spiegelglatte Oberfläche, auf der wir uns befanden, war wider Erwarten nicht kalt wie Glas.


"Hm....", sagte ich.

"Was ist das Letzte, an das Sie sich erinnern können, bevor Sie hier auf diesem ... Ding ... zu sich gekommen sind?" fragte sie.

"Ich kann mich an alles erinnern", sagte ich. "Ich war nie bewusstlos. Sie etwa?"

Karla räusperte sich. Die Frage schien ihr unangenehm zu sein. Schließlich antwortete sie doch:

"Ich kam zu mir, als mich der alte Mann wie einen Sack auf seinen Schultern hier zu diesem Liegestuhl trug. Ich kam zu mir und fing an, auf ihn einzuprügeln, bis er mich runterließ. Wie sich herausstellte, war er harmlos. Er schrie mich an, er habe mich einige hundert Meter entfernt von hier liegen sehen und sich wegen des dort schon sehr starken Gefälles Sorgen um mich gemacht."

"Er schrie Sie an?"

"Ja, er war fast taub. Schwerhörige Menschen schreien immer. Sein Hörgerät schien kaputt zu sein"

Ich überlegte, woran mich diese Geschichte erinnerte, doch ich kam nicht darauf. "Und dann?"

"Gerade, als wir den Liegestuhl hier erreicht hatten und er mich runterlassen wollte stolperte er über seine blöden Badelatschen."

Ich stützte meinen Kopf in meine Hände und massierte die Schläfen. Zu Hause saßen jetzt mein Engel und sein Zombie bestimmt vor dem Fernseher und schauten sich das Schneegestöber an, das man sieht, wenn man den Antennenstecker zieht. Das war ihr Lieblingsprogramm. Manchmal leistete ich ihnen dabei Gesellschaft. Ich stand auf und ging ein paar Schritte.

"Blaue Badelatschen?", fragte ich.

"Ja"

Montag, 2. Januar 2012

Prominente der Zeitgeschichte, schreiend im Weltall

Heute: Christian Wulff
(Beim Versuch, dem Weltall auf den AB zu rotzen
)



Mittwoch, 21. Dezember 2011

Na sowas (III)



Die Frau saß nun auf der mir zugewandten Seite des Liegestuhls wie auf einem niedrigen Hocker, die Füße auf dem Glasboden und die Beine geschlossen. Ihre Arme hatte sie vor der Brust verschränkt. Meine Jacke stand ihr gut. Wir sahen uns wortlos an. Ich hatte das Gefühl, etwas sagen zu müssen, doch mir fiel nichts der Situation angemessenes ein. Ihr schien es ähnlich zu ergehen. Ich überlegte eine kleine Frage. Etwa "Wissen Sie vielleicht, wo wir hier sind?". Doch stattdessen imitierte ich lieber einen tobenden Schimpansen und tanzte dreimal schreiend und grunzend um den Liegestuhl, wobei ich wild mit den Armen wedelte und immer wieder meine Hände über den Boden schleifen ließ. Als ich atemlos und genauso schlau wie zuvor der Frau wieder gegenüberstand fragte sie aufrichtig interessiert:

"Fühlen Sie sich jetzt besser?"

Ich horchte einen kleinen Augenblick in mich hinein und konnte die Frage dann aufrichtig bejahen:

"Ja, ich fühle mich tatsächlich etwas besser jetzt. Das musste mal raus"

"Ich heiße übrigens Gwendoline, aber bitte nennen Sie mich Karla", sagte die Frau, die meine Jacke trug, und sah mich fragend an.

"Ich heiße Moves, aber wenn Sie wollen, können Sie mich auch Rainer nennen. Oder Malte."

"Ich kannte einmal einen Malte, seitdem ist mir dieser Name verleidet", meinte sie.

"Und ich kannte mal eine Karla. Ist lange her."

Ich überlegte, ob es sich ziemen würde, wenn ich mich neben sie auf den Liegestuhl setzen würde. Ich überlegte auch, ob sich überhaupt die Frage geziemen würde, ob ich mich neben sie setzen dürfe. Sie wandte den Blick von mir ab und ließ ihn über die Wölbung der Glaskugel schweifen.

"Schon seltsam hier, finden Sie nicht auch, Rainer?"

Nun schaute auch ich mich nochmals um. Ja, seltsam war wohl ein treffender Ausdruck für unsere Situation. Der blaue Himmel war erkennbar dunkler geworden und die Abendrotwolken waren mittlerweile eher grau als rot. Sie waren aber immer noch sehr hilfreich bei der Bestimmung des Sonnenuntergangpunktes. Ich streckte meinen Arm aus und maß von dort, wo die Wolken noch am hellsten glühten, eine Faust breit nach links ab, und dann eine Faust breit nach oben. Tatsächlich, obwohl es längst noch nicht Nacht geworden war, leuchtete bereits Venus deutlich erkennbar genau neben einer grauen Wolkenschwade.

"Was tun Sie da?", fragte mich Karla.

"Venus beginnt dieser Tage ihre Abendsichtbarkeitsperiode. Jedenfalls tat sie das gestern noch, als ich von meinem Balkon nach Südwesten schaute. Wenn der Stern dort Venus ist, dann befinden wir uns zumindest noch auf der Erde"

"Natürlich befinden wir uns noch auf der Erde", sagte Karla verwundert. "Was dachten Sie denn?"

"Na ja", versuchte ich mich zu rechtfertigen, "diese Riesenmurmel, auf der wir hier stehen, oder sitzen, hat schätzungsweise einen Durchmesser von zehn Kilometern. Wenn sie auf der Erde liegt...und sich möglicherweise einen Kilometer tief eingedrückt hat, würde das bedeuten, dass wir uns immerhin in neun Kilometern Höhe befinden. Das wäre noch höher als der Everest. Dafür ist es hier aber relativ mild, finden Sie nicht?"

"Das ist doch keine Riesenmurmel", sagte Karla mit einem Lächeln, "das ist ein gefrorener Atompilz!"

"Aha", sagte ich zweifelnd, "ein Atompilz? Gefroren? Wie kommen Sie denn da drauf?

"Also nicht gefroren wie Eis, es ist kein Phänomen fehlender Wärme, also Energie. Der Atompilz ist in der Zeit gefroren. Er ist von einem hauchdünnen Firniß stillstehender Zeit umgeben."

Ich schaute mich nochmals um. Tief unter meinen Füßen glühten und schimmerten die seltsam leuchtenden Filamente. "Aber das Licht von diesen Strukturen dort unten kommt durch? Durch die stillstehende Zeit hindurch?", fragte ich zweifelnd.

"Was Sie da sehen sind Reflexe des Zeithorizonts. Die haben nichts mit der darunterliegenden Realität zu tun"

"Und woher wissen Sie das eigentlich alles?", platzte ich nun doch einigermaßen neugierig heraus, "wie lange sind Sie eigentlich schon hier? Und, vor allem, wo sind ihre Klamotten?"

Sie schien sich sehr zu amüsieren über meine Fragen.

"Woher ich das alles weiß? Der alte Mann hat´s mir natürlich erzählt"

"Aha", sagte ich und setzte mich ungefragt zu ihr auf den Liegestuhl




Montag, 19. Dezember 2011

Na sowas (II)

Während ich die kaum spürbare Steigung emporging schaute ich mir meinen Untergrund etwas genauer an. Das Glas schien bis auf einen kaum wahrnehmbaren rosenrosanen Schimmer ziemlich durchsichtig zu sein. Tief im Inneren waren seltsame Filamente zu erkennen wie Schlieren in einer Glasmurmel. Erhob ich den Blick und schaute in Richtung des Sonnenuntergangs spiegelte die kugelige Oberfläche das Licht des Abendrots ohne jede Verzerrung. Darüber war ich etwas erstaunt, denn ein solch großer Glaskörper war unmöglich abzukühlen ohne dass sich kleine Riefen und Rillen bildeten auf seiner Oberfläche.
Dumm, sagte ich mir. Wie dumm, in solch kleinlichen technischen Kategorien zu denken während ich auf einer zehn Kilometer dicken Glaskugel unter einem perfekten fast wolkenlosen Abendhimmel dahinschritt. Dumm.
Oben auf der höchsten Erhebung der Wölbung kam ein weißer Plastikliegestuhl in Sicht. Darauf schien eine Person zu liegen. Vor Verblüffung hielt ich in meinem Marsch inne und schaute eine Minute lang bewegungslos. Kein Zweifel.
Ich drehte mich langsam einmal um meine Achse, um mich zu vergewissern, dass ich sonst nichts anderes übersehen hatte. Bis auf den Liegestuhl etwa zweihundert Meter vor mir war die Oberfläche der Kugel nach wie vor vollkommen leer. Langsam setzte ich mich wieder in Bewegung.

Auf dem Liegestuhl lag eine nackte Frau mit Sonnenbrille und rötlich-braunen Haaren nur auf dem Kopf. Die Haare waren glatt und etwa schulterlang, die Brille kam mir bekannt vor, sie erinnerte mich an die Men in Black-Ray Ban, die ich vor Urzeiten geschenkt bekam von meiner Schwester. Seit einem Jahr etwa war die Brille aber verschwunden, entweder schlicht verlegt, verloren oder gestohlen. Weiche Schuhsohlen auf massivem Glas machen keinerlei Geräusche, die Frau schien zu schlafen und mein Näherkommen nicht zu bemerken. Als ich mich ihr fast auf Armlänge genähert hatte beugte ich mich etwas vor, um eventuell das Label auf der Brille erkennen zu können. Ray Bans tragen den Firmennamen alle in einer Ecke des Glases. Da war etwas...es sah aus wie ein Schriftzug...noch etwas näher...

Ihr ganzer Körper zuckte plötzlich wie unter einem Stromschlag und mit einer schnellen Bewegung schob sie sich die Brille auf die Stirn. Ich wunderte mich, dass sie nicht aufschrie vor Überraschung, doch merkte im selben Augenblick, dass ich offensichtlich zuviele mit hysterischen Frauenklischees überladene Filme gesehen hatte. Meine Augen folgten reflexhaft der Brille auf ihrem Weg über ihre Stirn bis zum Haaransatz, doch ich konnte das Firmenlogo nicht entziffern. Und noch längeres Starren auf ihre Sonnenbrille hielt ich für unhöflich. Also schaute ich ihr in die Augen. Sie waren grün wie Gras. Ihr Blick hatte sich vom ersten Erschrecken erholt und zeigte nun weder Furcht noch Erstaunen. Nur einen Hauch von Neugier schien sie sich zu erlauben. Gleichzeitig winkelte sie ein Bein an und kippte es dann über das andere. Während sie mit einer Hand ihre Brille an Ort und Stelle auf ihrem Kopf hielt, bedeckte sie mit ihrer anderen eine ihrer Brüste.

"Entschuldigung, ich wollte Sie nicht erschrecken", sagte ich und trat einen Schritt zurück.

Sie sagte noch immer nichts, schaute mich aber von oben bis unten an. Auf meiner schwarzen Baumwolljacke blieb ihr Blick haften.

"Leihen Sie mir ihre Jacke?", fragte sie. Ihr Tonfall war dabei keineswegs bittend, tatsächlich war ich mir gar nicht mal sicher, ob sie überhaupt ihre Stimme erhoben hatte am Ende des Satzes. Doch angesichts ihrer Situation beschloss ich, erstmal keine erhöhten Höflichkeitsstandards anzulegen und zog sofort meine Jacke aus. Dabei spürte ich die harte Stelle in der Innentasche, hinter der sich mein Mobiltelefon verbarg. Ich nahm es heraus und überreichte meiner Begegnung die Jacke. Die Frau richtete sich in ihrem Liegestuhl auf und setzte ihre Füße auf den glasigen Untergrund. Dabei schwang sie ihre Beine nicht gleichzeitig über den Rand des Liegestuhls, sondern eins nach dem anderen. Ich bemühte mich, nicht hinzusehen. Stattdessen schob ich mein Handy auf und sah, dass es sehr guten Empfang hatte. Wie erwartet zeigte es weder entgangene Anrufe noch eingegangene SMS. Ich schob das Handy wieder zusammen und steckte es in die Hosentasche. Um irgendwen anzurufen war immer noch Zeit.


Dienstag, 13. Dezember 2011

Na sowas (I)


Der Horizont war weit und nah.


Weit war der blaue Abendhimmel, unendlich weit hinter seiner vom Tage müden Bläue. Vereinzelte, feinfadige Cirruswolken in allen Feuerfarben mühten sich, der untergegangenen Sonne auf den Fersen zu bleiben, doch vergeblich. Müde verloren auch sie langsam ihre Glutröte. Seltsamerweise schienen sie darob keineswegs traurig zu sein. Ich schaute auf meine Hände. Sie waren in rotes Licht getaucht.

Nah hingegen schien das Ende der Welt zu sein, auf der zu stehen möglich war. Nah und erst flach, dann immer steiler abfallend.

Ich befand mich nicht weit von der höchsten Erhebung einer sphärisch gewölbten Fläche. Als ob ich auf einem riesigen Gasballon stehen würde, der irgendwo zwischen Himmel und Erde schwebte. Doch worauf ich stand war kein imprägniertes Textilgewebe. Die Oberfläche war glatt wie poliertes Glas und ebenso unnachgiebig. Ich stampfte vorsichtig mit dem Fuß auf, es war mehr ein Tippen mit der Schuhspitze, doch die glasige Oberfläche zeigte keinerlei Reaktion, kein Vibrieren, kein Dröhnen, gerade so als wäre sie durch und durch massiv.

Das war nicht vorherzusehen, als ich den großen Felsbrocken auf den armen Irren fallen ließ.

Überhaupt geschehen seltsame Dinge in letzter Zeit.

Ich hatte diesen Felsen emporgehoben, weil ich mir plötzlich gewiss war, es tun zu können. Er war sehr groß und lang, wie ein Auto fast, und die nasse Erde wollte ihn nicht hergeben, hing ihm saugend nach. Doch mit einem grässlichen reissenden Geräusch riss ich ihn empor und hielt ihn erstmal hoch über meinen Kopf. Aber noch ehe ich mir Gedanken machen konnte, was ich nun mit dem Felsen anfangen sollte, sah ich den Irren in der tiefen braunen Kuhle hocken, in der eben noch der Felsen steckte. Verblüfft schaute ich nach oben. In dem Felsen gab es keinerlei Höhlung, die es dem Irren ermöglicht hätte, unter dem Felsen zu existieren ohne zerquetscht zu werden. Und auch die Erdkuhle war vollkommen der Form des Felsens angepasst, es gab keinerlei Vertiefung in der Vertiefung. Der Irre war ein Irrer, weil er eine schneeweiße und gestärkte Zwangsjacke trug und Grunzlaute von solcher Unmenschlichkeit ausstieß, dass mir eiskalte Schauer über den Rücken jagten. Ausserdem war er gerade dabei, eine Hand durch einen kleinen Riss im Zwangsjackenstoff zu bohren. Seine Finger waren schon zu sehen, sie wanden sich wie dicke weiße Raupen, denen böse Kinder die Köpfe abgezwickt hatten. Mit all dem hatte ich nicht gerechnet. Ich schaute mich um, wobei ich mich mit dem Felsen etwas drehen musste, damit durch meine erhobenen Arme kein toter Winkel entstand. Keine andere Menschenseele war in der Nähe. Das war gut.

Der Irre versuchte jetzt, sich auf seinen Knien aus dem tiefen Felsabdruck herauszuarbeiten, wobei er mitunter sein Kinn zu Hilfe nahm, um sich am Rand des Loches hochzuziehen. Es war eine irgendwie unbefriedigende Wendung der Geschehnisse. Erst freut man sich über seine Kräfte und spielt ein wenig Superman, und dann sowas.

Ich ließ den Felsen wieder in das Loch plumpsen. Natürlich passte er nicht mehr perfekt hinein und lag etwas verdreht, doch die Spalte waren schmal genug, dass von dem Irren nichts mehr zu sehen und zu hören war. Ich klatschte mir den Dreck von den Händen und stand auf massivem Glas.

Ich schaute mich um. Ich schätzte den Durchmesser der Glaskugel, auf der ich stand, auf ungefähr zehn Kilometer. Wenn ich dem Gefälle folgte, so konnte ich mindestens noch ein oder zwei Kilometer gehen, ehe es infolge der zunehmenden abfallenden Wölbung wirklich unangenehm werden würde. Doch schon jetzt erzeugte der Gedanke, einmal ins Rutschen zu kommen und dann ins Bodenlose zu fallen einen eigenartigen Druck im Oberbauch. Es gab kein Geländer, jedenfalls nicht in Sichtweite, und die blankpolierte Oberfläche versprach keinerlei Halt. Obwohl die Schräge an meinem Standpunkt noch nicht besorgniserregend war, beschloss ich trotzdem, mich erst einmal in Richtung des höchsten Punktes dieser Sphäre zu begeben. Ein paar hundert Meter Fußmarsch, mehr nicht, schätzte ich.

(wird fortgesetzt)

Montag, 5. Dezember 2011

Kommt ein Samoa-Palolo in die Bar...



(Für alle, die diesen Blog aus unerfindlichen Gründen vielleicht nur unregelmäßig verfolgen: Samoa-Palolo, siehe Fortpflanzung)

Samstag, 3. Dezember 2011

Liebeslied


Am Himmel Schmerzgewitter von West nach Ost wandernd. Ich ziehe den Kopf ein und schlage den Kragen hoch. Über welchem Landstrich sie wohl niedergehen werden? Fasziniert beobachte ich das grün-rote Farbspiel, das aus dem Inneren der Gewitterzelle nach aussen dringt und einen unwirklichen Farbton über die Stadt legt. Aus der Wolke scheint auch eine schöne Tenorstimme zu erschallen, doch ich kann keine Worte, noch nicht einmal eine Sprache erkennen. Die Melodie ist monoton und einschläfernd, plötzlich fühle ich den harten Asphalt unter meinen Knien. Verwundert stehe ich wieder auf und klopfe mir den Dreck von der Hose.
Mitten auf der Straße, völlig unbesorgt wegen des dichten Verkehrs, geht ein alter Mann. Er trägt einen grauen Schützenhut, einen grauen Schal und einen grauen Mantel. Darunter kann ich graue Hosen und - hoppla- blaue Adiletten erkennen, die auf nackten, bleichen Füßen stecken. Vor seiner Brust hält er eine lange Stange, die ein großes weißes Pappschild trägt. Auf dem Schild steht in perfekten Verdana-Lettern:

DIE TOTEN DÜRFEN NICHT ABSTIMMEN DAS MACHT SIE TRAURIG

Sein Blick ist starr geradeaus auf die nasse Straße gerichtet. Die Vorbeifahrt eines großen Lastwagens erzeugt eine so starke Windböe, dass dem alten Mann fast das Schild aus den Händen gerissen wird. Wütend blickt er nach oben, ob noch alles an seinem Platz ist. Es scheint ein sehr stabiles Pappschild zu sein. Dann fällt sein Blick auf mich. Mit immer noch, oder schon wieder wutverzerrtem Gesicht brüllt er in meine Richtung:

"Es wird Ihnen nicht gelingen, mich zu verwirren!"


"Was?" rufe ich in einem ersten Reflex zurück und denke sofort an Pulp Fiction. Doch dem Alten steht offenbar nicht der Sinn nach einer Filmzitateschlacht, er stapft unbeirrt weiter die Straße entlang, den Blick wieder starr vor sich auf den Asphalt gerichtet. Trotz des Verkehrslärms kann ich hören, wie seine nackten Füße in den Badelatschen quietschen vor Nässe. Ich schaue nach oben - tatsächlich, es regnet. Und nun bemerke ich auch, dass die Autos und vor allem die Lastwagen große Gischtfahnen hinter sich herziehen. Die Tenorstimme aus der Schmerzgewitterwolke ist merklich leiser geworden, sie singt nun im Nachbarviertel die Menschen auf die Knie. Auch ich beginne nun ein Lied zu singen, so laut ich kann, um den Verkehrslärm zu übertönen. Trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob der alten Mann mich noch hören kann. Ich singe über die Liebe und über Tränen, die wie Leuchtkäfer nach dem Urknall vor der Protomaterie herfliegen, wirr und konfus ob der plötzlichen Geschwindigkeit. Den Text und die Melodie erfinde ich instantan. Besonders gelungene Abschnitte untermale ich mit ausladenden Gesten.

Würde mich nicht wundern, wenn ich den mal irgendwo wiedersehe, denke ich mir, als ich mein Lied beendet habe und der Alte gerade hinter einem Gelenkomnibus verschwunden ist und verschwunden bleibt selbst nachdem der Bus längst weitergefahren ist.

Ich habe das dumpfe Gefühl, sollte ich jemals auf einem in der Zeit gefrorenen Atompilz spazieren gehen, ich die Leuchtkäfer wiedersehen und ein weiteres Schwätzchen mit dem Alten halten werde.

Ist aber nur so ein Gefühl.


Donnerstag, 24. November 2011

Aufstrich

Der winzige Engel dozte ein letztes Mal gegen das Milchglas der Deckenlampe, dann torkelte er unkontrolliert nach unten und fiel nach einem letzten Schlenker direkt in den Füllstutzen des elektrischen Fleischwolfs, mit dem ich gerade Wirsingmus nach einem Rezept meiner Mutter zubereitete. Leider war ich nicht nahe genug dabei, um das Malheur zu verhindern, da ich gerade das Radio lauter stellte nachdem der Moderator den neuen Hit von Cold Play angekündigt hatte.
Dabei war es wirklich unvorhersehbar, dass der Engel ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt abstürzen würde, schließlich umflatterte er die Lampe schon seitdem ich sie morgens eingeschaltet hatte, und zwar ohne erkennbare Ermüdungserscheinungen. Natürlich hatte ich mich bei meinem großen Engel, der ausnahmsweise einmal nicht auf seinem Zombie ritt, erkundigt, ob er sich einen Reim darauf machen könne, doch er winkte nur müde ab und blickte versonnen aus dem Fenster, wobei er sich halb in den zurückgezogenen Vorhang hängen ließ. Ich wusste, dass es keinerlei Sinn machte, ihn in einem solchen Zustand weiter zu befragen. Ebenso gut hätte ich mich mit meinen Schuhen unterhalten können. Die Luft im Zimmer war gut. Es roch nach Lavendel und Engel, vom Gestank des Zombies war nicht der geringste Hauch zu riechen.
Chris Martin jammerte gerade "Para, para, paradise, everytime she closed her eyes" aus den Lautsprechern, als die Engelpampe auch schon am Ende des Fleischwolfs hervorquoll. Glücklicherweise hatte ich gerade eben eine leere Schüssel untergestellt, sodass nichts davon in das Wirsingmus gelangte. Ich schaltete den Fleischwolf ab und besah mir die Masse etwas genauer. Sie hatte eine hellgelbe Farbe mit bläulichen und grünlichen Einsprengseln und schien unerwartet homogen, ohne feste Bestandteile wie etwa winzige Federkiele oder Fingerchen.
Ich tauchte meinen rechten Zeigefinger in die Masse. Sie fühlte sich leicht und luftig an, fast wie Eischnee. Und sie schmeckte auch so. Wie Eischnee mit Vanillezucker und einer leichten Note Lavendel. Eigentlich perfekt zu süßen Pfannkuchen mit Ahornsirup und einer dampfenden Tasse Kaffee dazu.

"Still lying underneath the stormy skies. She said oh-oh-oh-oh-oh-oh"