Sonntag, 3. April 2011

Saturn in der Nacht


Trotz seiner Größe und seinem imposanten Ringsystem kann man Saturn mit einigem Recht als den Fiat unter den Planeten betrachten, zumindest was seinen Auftritt am irdischen Firmament betrifft. Während Venus, Mars und Jupiter jeden Fixstern in ihrer Nähe überstrahlen und somit am Nachthimmel leicht aufzufinden sind, ist Saturn von eher unscheinbarer Natur. Das liegt natürlich einzig und allein an der riesigen Entfernung, in welcher er um die Sonne kreist. Im Mittel beträgt die Distanz 1,4 Mrd Kilometer, was fast das zehnfache ist der Distanz Erde-Sonne (149 Mio Km). Dass er überhaupt noch einigermaßen mit bloßem Auge wahrgenommen werden kann liegt an seiner schieren Größe. Sein Durchmesser am Äquator beträgt 120 000 Km gegenüber 12 700 Km des Erddurchmessers. Nur Jupiter ist noch größer mit 143 000 Km Äquatordurchmesser.

Bemerkenswert ist die geringe Dichte Saturns von nicht einmal 0,7 g/cm³. Das bedeutet, würde Obervater Zeus ankommen und Saturn in eine Wasserschüssel legen würde er nicht untergehen sondern oben schwimmen.

In Saturndistanz beträgt die Anziehungskraft der Sonne nur noch rund ein hundertstel der Stärke in Erddistanz, Saturn genügt also eine weit geringere Bahngeschwindigkeit, um die nötige Fliehkraft zu entwickeln, damit er nicht in die Sonne stürzt. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt er daher über 29 Erdenjahre. Als Folge davon wird er alle 378 Tage von der Erde innen überholt.

In der Nacht von heute auf morgen ist es mal wieder soweit: die Erde läuft genau zwischen Saturn und Sonne hindurch, alle drei Gestirne befinden sich auf einer Linie (na ja, nicht exakt. Von weitem betrachtet liegen die Planetenbahnen zwar wie die Rille(n) einer Schallplatte auf einer Ebene, aber ein klein wenig sind sie doch gegeneinander gekippt).
Das bedeutet, Saturn steht von der Erde aus betrachtet der Sonne genau gegenüber. Geht die Sonne im Westen unter, geht Saturn im Osten auf. Steht die Sonne um Mitternacht an ihrem tiefsten Punkt unter dem Nordhorizont, leuchtet Saturn auf seiner nächtlichen Wanderung über das Firmament an seinem höchsten Punkt im Süden. Um diese Zeit (1 Uhr MESZ) ist er natürlich am einfachsten aufzufinden. Wer vorher schon gucken will, muss sein Glück weiter östlich versuchen.

Doch Obacht, auch Spica, der Hauptstern des Sternbildes Jungfrau, befindet sich in der Nähe. Er ist allerdings etwas lichtschwächer als Saturn und befindet sich um Mitternacht, beim Blick nach Süden, etwas links unterhalb von Saturn.

Spica ist jedoch auch ohne Saturn leicht aufzufinden. Man sucht einfach zuerst den Großen Wagen und folgt dem Bogenschwung seiner Deichsel. Dann kommt man nach gehöriger Zeit zu einem sehr hellen, rötlichen Stern namens Arkturus, des Hauptsterns des Sternbildes Bootes (Ochsentreiber). Folgt man dem imaginären Bogen nochmal genausoweit, gelangt man zu Spica.

Und ist man immer noch im Sternsuchfieber betrachtet man die Strecke Arkturus-Spica als Basis eines spitzen gleichschenkligen und nach Westen weisenden Dreiecks. Dehnt man es genügend weit aus, kommt die Spitze ziemlich genau auf Regulus, dem Hauptstern im Löwen, zu liegen.

Waidmanns Heil!

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