..............................................und andere Lumineszenzen..............................................
Montag, 9. Juni 2008
Montag, 2. Juni 2008
Leckeres zur Erdbeerzeit
Der kleine Imbiss, den ich hier vorstellen möchte, eignet sich hervorragend als erstes Frühstück, energiespendende Zwischenmahlzeit oder kurze Stärkung abends vor dem TV. Bloß als Nachtisch würde ich ihn nicht empfehlen. Es gibt Menschen, die behaupten, Obst auf vollen Magen sollte man vermeiden, da es sonst im Magen anfängt zu gären, wenn es nicht ungehindert durchflutschen kann. Ich selber halte mich an so gut wie keine Ernährungsregeln, nach kurzer Zeit erzählt ein anderer Experte immer das Gegenteil.
Obst nicht auf vollen Magen zu essen ist eine der wenigen, die ich, fast möchte ich sagen, instinktiv beherzige. Und bisher hat es mir noch nicht geschadet...
Für unser kleines Erdbeerfrühstück schneidet man eine handvoll Erdbeeren in Hälften oder Viertel, je nach Größe, und vermischt sie mit etwas Zucker, besser jedoch Honig.
Solange sie Saft ziehen, püriert man mittels einer Gabel in einem Teller eine Banane. Die dadurch entstehende Pampe wird sämiger, wenn man einen knappen Teelöffel Honig zufügt. Um die Süße wieder etwas runterzuholen und den Geschmack ein wenig aufzufrischen, gibt man ein paar Spritzer Zitronensaft hinzu. Nun gibt man die gesüßten Erdbeeren in die Mitte des Bananenpürees und setzt obendrauf noch einen Schlag Naturjoghurt. Jedoch nicht stichfest aus dem Becher, sondern ebenfalls cremig gerührt (evtl. etwas Sahne zugeben)
Man kann dem Bananenbrei auch einen Kaffee- oder Esslöffel gemahlene Weizenkeime zufügen. Dann muss man aber aufpassen, dass die Konsistenz nicht zu trocken-dicklich wird. Eventuell muss dann Honig und Zitronensaft zugegeben werden.
Etwas Grünes zur Dekoration macht sich natürlich auch immer hervorragend, am besten wäre wohl Minze. Ich hatte keine, also nahm ich für das Foto Majoran. Habe ich dann sogar mitgegessen, schmeckte gar nicht mal übel. Das nächste mal werde ich es mit Thai-Basilikum probieren...

Sonntag, 1. Juni 2008
Wir sind privilegiert
Es ist schon erstaunlich, was der Mensch, bzw. die menschlichen Forscher, über das Universum bisher herausgefunden haben. Die Erde kreist um die Sonne, und die Sonne wandert in 200 Mio Jahren einmal um die ganze Milchstraße, welche wiederum Mitglied ist der sogenannten Lokalen Gruppe, einer Ansammlung von einigen Dutzend größeren und kleineren Galaxien.
Zwei davon sind recht eindrucksvolle Gebilde: die Andromeda-Spiralgalaxie und unsere Milchstraße, welche, von außen betrachtet, ebenfalls eine schöne Spiralform aufweisen würde. Darum herum schart sich eine Anzahl kleinerer Zwerggalaxien von unregelmäßiger Form; verwaschene Wölkchen, diffus und unscheinbar, doch trotzdem aus Abermillionen und Abermilliarden Sternen bestehend, wie die beiden Magellanschen Wolken, welche die Milchstraße umkreisen, am irdischen Himmel aber leider nur von der Südhalbkugel aus gesehen werden können.
Zusammen mit ca. 100 anderen Galaxiengruppen und Untergruppen bildet unsere Lokale Gruppe den Virgo-Superhaufen, benannt nach der Virgo-Galaxiengruppe, die sich ziemlich genau im Zentrum dieses Superhaufens in einer Entfernung von ca. 65 Mio Lichtjahren von uns befindet.
Obwohl sich unsere Lokale Gruppe eigentlich vom Zentrum des Virgo-Superhaufens entfernt, das All sich darum herum aber noch viel schneller ausdehnt, bewegen wir uns relativ zum Rest des Universums trotzdem in Richtung der Virgo-Gruppe. Das ist der Virgo-Infall, ein herrlich poetischer Ausdruck, wie ich finde.
Natürlich gibt es noch andere Haufen und Superhaufen, z.B. den Hydra-Centaurus-Superhaufen und die Große Mauer mit dem Coma-Haufen (nicht Koma-Saufen). Alle diese Haufen und Superhaufen bewegen sich in eine gemeinsame Richtung, sie werden angezogen vom Großen Attraktor, der jedoch nicht direkt beobachtet werden kann, da wir dafür quer durch die Ebene unserer Milchstraße gucken müssten. Und da tummeln sich einfach zuviele Gas- und Staubwolken.
Man nimmt jedoch an, dass es sich beim Großen Attraktor um ein sogenanntes Filament handelt, eine schlierenartige Struktur, bestehend aus lauter Galaxiensuperhaufen. Zwischen diesen Filamenten befindet sich – Nix. Niente. Nada. Sie sind wie die Lauge im Seifenschaum, welche die Schaumblasen umschließt. Die gigantischen Leerräume zwischen den Filamenten werden Voids genannt.
Aber das ist längst noch nicht alles. Entspricht die sogenannte Inflationstheorie der Kosmologen der Wahrheit, und vieles spricht dafür, dann verhält sich der Teil des Universums, den wir sehen, messen, beobachten können, zum Gesamtuniversum wie ein Sandkorn zur Erdkugel. Und da sind die populären, aber immer noch hypothetischen Paralleluniversen noch gar nicht berücktsichtig...
Seit dem Urknall fliegt das Universum in alle Himmelsrichtungen auseinander. Vieles spricht nun dafür, dass sich diese Expansion seit ca. 7 Mrd Jahren beschleunigt. Also nix mit Erlahmen oder sachte Auslaufen, es gewinnt im Gegenteil immer schneller an Fahrt. Der Raum dehnt sich immer rasanter aus, die Abstände zwischen den Galaxien werden immer größer.
Zwar gibt es räumlich begrenzte Ausnahmen, wie unsere Lokale Galaxiengruppe. Deren Mitglieder sind gravitativ aneinander gebunden, d.h. sie ziehen sich an. Daher wird es in einigen Mrd Jahren zu einem Zusammenstoss der Milchstraße mit der Andromedagalaxie kommen. Nach einem kurzen Ringelreihen werden sich die beiden Schwergewichte zu einer elliptischen Supergalaxie vereinigt haben welche sich nach und nach dann die restlichen Zwerggalaxien der Gruppe einverleiben wird. Aus einer Gruppe von Sternsystemen wird eine einzige, kugel- bis ellipsenförmige Supergalaxie entstanden sein. Malerische Spiralarme wird man in dieser fernen Zukunft vergebens suchen.
Gleichzeitig mit der Vereinigung unserer Lokalen Gruppe werden die anderen, entfernteren Galaxien jedoch aus unserem Blickfeld verschwinden. Irgendwann wird die Ausdehnung des Raumes Überlichtgeschwindigkeit erreichen, kein Licht von woher auch immer wird dann noch zu uns gelangen (außer dem Sternenlicht unserer eigenen zukünftigen Supergalaxie natürlich). Das wird in 100 Mrd. Jahren der Fall sein.
Ein hypothetischer Forscher wird in jener Zeit keine Anzeichen eines Urknalls mehr erkennen können. Es wird keine anderen Galaxien mehr geben als die eigene, nichts, was auseinanderfliegt und auf eine Expansion des Raumes hindeuten könnte. Die kosmische Hintergrundstrahlung wird soweit rotverschoben (schwächer) sein, dass sie nicht mehr feststellbar ist. Der Forscher in jener Zukunft wird niemals wissen, dass es überhaupt andere Galaxien gibt, bzw. gab. Er müsste auf jenem Stand verharren, auf welchem die Menschen vor hundert Jahren noch waren, als man die Milchstraße für das einzige Sternsystem im All hielt und die Andromedagalaxie für einen „Nebel“, ein Phänomen innerhalb der Milchstraße.
Der Mensch ist also durchaus privilegiert, was seine zeitliche Ansiedlung in diesem Kosmos betrifft. Die Geheimnisse des Alls liegen vor unserer Nase, wir müssen nur zugreifen. Wünschenswert wäre es natürlich, wir könnten unseren „Nachkommen“ die wichtigsten Infos zukommen lassen, doch welches Medium hält schon 100 Mrd Jahre?
Und würden sie uns überhaupt glauben? Oder würen sie das ganze Kompendium nur für phantasievolle Folklore halten? Hirngespinste von Primitiven?
Doch irgendwann werden sich auch diese Fragen erledigt haben. In spätestens 100 Billionen Jahren wird der allerletzte Stern erloschen sein. Ewige Dunkelheit wird einkehren.
Es sei denn, irgendwo ploppt plötzlich ein neues All auf, sowas soll ja vorkommen....
Mittwoch, 28. Mai 2008
Null Manieren
Die Blog-Enten wohnen in einem ehemaligen Schweinestall, der sich hinter dem Haus befindet. Wollen sie in den Bach, um ein Bad zu nehmen oder im Schlamm zu gründeln, müssen sie zuerst um das Haus herumlaufen, dann eine schmale, aber öffentliche und durchaus frequentierte Straße überqueren und dann noch ein kurzes Stück einen Hang hinab.
Nun scheint sich die Straße aber in einer sehr ungünstigen Distanz zwischen Stall und Bach zu befinden. Oder der Asphalt ist im Gegensatz zur Wiese einfach viel einladender für gewisse Geschäfte. Jedenfalls landet das erste regelmäßig und treffsicher meist mitten auf der Straße. Wie sowas dann aussehen kann, ist hier zu sehen:
Meinen Fuß habe ich zwecks Größenvergleich dazugestellt (Schuhgröße 41)
Wenn ich Zeuge eines solchen Malheurs werde, ist es mit einem Eimer Wasser immer sehr schnell aus der Welt geschafft. Peinlich berührt bin ich immer nur dann, wenn ich nach längerer Abwesenheit heimkomme und die getrockneten Umrisse diverser, bald quatdratmetergroßer Hinterlassenschaften die Straße ziehren. Shit happens
Dienstag, 27. Mai 2008
Kurzer Prozess
Heute war mal wieder Müllabfuhr. Alle zwei Wochen wird der Eimer geleert. Und egal, wieviel man reingeschmissen hat, man bezahlt gleich viel. Also ist das Motto stets am Tag vorher: Zeugs und Kruscht zusammensuchen und den Eimer vollstopfen. Man weiß ja nie, ob man mal plötzlich umziehen muss, ob man aus dem Haus geschmissen wird oder plötzlich beschließt, wie weiland Caine barfuß durch die Lande zu ziehen und gute Taten zu vollbringen. Und dann hat man den ganzen Krempel am Hals und kann nicht weg. Keine schöne Vorstellung.
Heute waren die Stiefel dran. Sie standen schon ewig auf dem Dachboden, gehörten vermutlich meinem Vater. Vielleicht waren es seine Arbeitsstiefel bei der Straßeninstandhaltung oder beim winterlichen Streudienst. Ihrem Alter nach zu urteilen könnte er mit ihnen aber auch aus dem Krieg heimgekehrt sein.
Ihr Leder war steinhart und brüchig, die Sohle eisengespickt. Um die Absätze befand sich sogar eine Art „Hufeisen“. Kurz schwankte ich in meinem Entschluss, sie wegzuwerfen. Warum nicht versteigern? Oder nochmals aufbewahren, für die nächsten 20 Jahre? Und falls ich umziehe: einpacken in einen Umzugskarton? Niemals. Absurd.
Plötzlich fühlte ich sie wie einen Mühlstein an mir hängen. Sie waren mir nicht wichtig, sie bedeuteten mir nichts. Andere Dinge sind wichtig, sind es wert, aufgehoben zu werden, auf keinen Fall diese Relikte einer verlorenen Zeit.
Also hinein in den Mülleimer und an den Straßenrand damit. Endlich weg, es fühlt sich gut an!

Freitag, 23. Mai 2008
Café Zapata,
im Tacheles, im März 2oo8
Vorhin, auf dem Weg zur S-Bahn: Eine Frau, offensichtlich die Inhaberin eines Cateringladens, steht im Eingang ihres Geschäfts und ruft ihrem enteilenden (Ehe)mann hinterher:
„Bring noch einen Topf Basilikum mit.“
„Wie sieht der aus?“
„Steht dranne!“
Es sind dieselben Sterne, überall. Es ist dasselbe Universum, überall.
Eine große, leere Wand. Ein großer, leerer Raum.
Gedanken, die sich um sich selbst bewegen.
Kluge Überlegungen anstellen. Wenn das so einfach wäre.
Die Trostlosigkeit der Metapher, die Sehnsucht des Erwachens, die Banalität des Lebens, die Unendlichkeit der Zeit.
Ich bin noch nicht bereit dafür. Im Grunde bin ich bereit für gar nix, nicht mal für das Leben selbst. Doch wer ist das schon? Mistiger BVG-Streik!
Ich liebe Treppen. Ich sollte mehr Treppen fotografieren. Sie ermöglichen einem, dem Himmel sich anzunähern ohne besondere Kletterkünste. Einfach Stufe nach Stufe, sicheren Schrittes, auch wenn sich daneben ein gähnender Abgrund auftut.
Wunsch, den Lebensabend damit zu verbringen, Stufen in einen hohen Berg zu schlagen.
Tag für Tag, bis ans Lebensende.
Monster-Rhabarber-Mutant
Dienstag, 20. Mai 2008
Verspätetes Fundstück
Folgender Post ist eigentlich ein Notizbucheintrag vom 6. Mai, daher bitte ich seinen unkorrekten jahreszeitlichen Bezug zu entschuldigen.
Dabei ist das erst 11 Tage her ...
Eintrag:
Die meisten Bäume sind noch nicht voll belaubt. Das helle, lindene Grün ihrer Blätter zeugt vom immer noch andauernden Austreiben. Teilweise ist es noch allzu offensichtlich. Die Eiche ist noch ganz durchscheinend, wie zu kahlen Winterzeiten. Nur ein Hauch von Grün umschimmert ihre Äste. Die Birken hingegen prangen schon fertig und feist erdunkelgrünt im klaren Frühlingslicht.
Sie waren es dann auch, die zuerst zu rauschen begannen in diesem wilderwachten Ostwind, der nur scheinbar ziellos hierhin und dorthin sich verirrend alles Feuchte und Klamme in knisterndes Trockengefühl verwandelt.
Schön ist´s, eine Wäscheleine im Freien zu haben. Bis man das Letzte der nassen Teile aufgehängt hat, kann man bereits das erste wieder abhängen, so stürmiisch ertrocknet der Wind im Zusammenspiel mit der britzelnden Sonne den Stoff.
Das Gesicht im Wind die Augen schließen und lauschen.
Ein Werk des inneren Kosmos erschaffen, ein Konstrukt aus freiem Willen und Erinnerungen. Einen Damm errichten gegen allzu Bildhaftes, Aufdrängendes, wegkommen vom bloß Beschriebenen, hin zu Erdachtem, das noch nirgends sonst existiert, nicht mal als flüchtiges Abbild.
Eine Reise unternehmen zu Orten, wo Klänge sich wie fiebernder Atem über doppelt gewendelte Mannigfaltigkeiten legen.
Die Bäume rauschen im Abendwind, es ist zu schön.
Zeit, zu fahren.
Blog & Mate
Heute morgen ertappte ich mich dabei, wie ich mir diesen Blog, die Mondlichter, als fliegendes Flugzeug vorstellte. Ich saß am Tisch in meiner Küche, trank die erste meiner drei morgendlichen Tassen Matetee und schmökerte in meinem Lieblingsbuch (darüber ein andermal mehr), als in meinen Sekundärgedanken plötzlich dieses Flugzeug auftauchte und ich gleichzeitig wußte: das ist mein Blog, wie er da voranfliegt.Es war ein eher kleines Flugzeug, kein Jumbo oder gar eine A380. Nein, es hatte höchstens die Größe einer Boing 737, war einfarbig weiß, oder vielmehr cremefarben, und bar jeder Beschriftung.
Dabei hätte man doch erwarten können, dass zumindest an der Seite ein unübersehbares „Blog Air“ geprangt hätte, oder, natürlich, „Mondlichter Airways“. Aber nichts dergleichen.
Leider habe ich mir kein Raumschiff vorgestellt, sonst könnten sich meine Gedanken nun mit Begriffen wie „Mondlichter Space Trails“ oder „Blog Space Ways“ beschäftigen.
Die eigentliche Metapher, weshalb mein Unterbewußtsein dieses Flugzeug in meine Primärgedanken beamte, war jedoch eine andere, tiefergehende (hätte mich ansonsten auch gewundert)
Seit Einrichtung dieses Blogs bin ich mir unsicher, welche Art von Gedanken oder Vorkommnissen ich hier eigentlich hineinschreiben will, was meine Intention ist für das alles. Was genau möchte ich der Welt mitteilen? Was lohnt die Mühe des Aufschreibens und Einstellens ins Netz, welche Vorstellungen habe ich von denjenigen, die sich vielleicht hierher verirren? Gibt es Menschen, bei denen es mir lieber wäre, sie würden diese Seite nicht finden?
Fragen über Fragen, über denen man unendlich brüten könnte. Diese Gefahr sah wohl auch mein Unterbewußtsein und zeigte mir daher das Bild des fliegenden Flugzeugs. Es kann mal hoch fliegen, wo die Aussicht so grandios ist, dass man den Verstand zu verlieren droht, es kann aber auch tief fliegen, sodass man am Boden sogar die Autobahnen und den einen oder anderen Verkehrsunfall sehen kann oder die Prozessionen der Menschen, die zu den Maiandachten in die Kirchen ziehen.
Ab und zu muss das Flugzeug sogar landen, auf den Boden der harten Tatsachen zurückkehren, Treibstoff muss aus unterirdischen Leitungen nachgepumpt, die Klos müssen entleert, die Triebwerke gewartet werden, bevor es wieder losgehen kann.
Also keine unnützen Gedanken mehr über Sinn und Qualität meiner Posts. Wie sagt doch der Kölner: Et kütt, wie et kütt.
Samstag, 17. Mai 2008
Neue Staffelei
Ich habe sehr lange nicht mehr gemalt. Vielleicht lag es ja an der unbequemen Haltung, in welcher ich mich über meine auf dem Fußboden liegenden größeren Formate beugen musste, oder an dem Umstand, dass hierfür immer erst allerlei Krimskrams aus dem Weg zu räumen war und ich fortan bei allen möglichen Verrichtungen des täglichen Lebens um das entstehende Meisterwerk herumzubalancieren hatte. Bei den kleineren Formaten sah es nicht besser aus. Es gab keinen Tisch, der nur für das Malen reserviert war. An spontane Umsetzungen von genialen Geistesblitzen war hierbei natürlich nicht zu denken.
Dieser der künstlerischen Entwicklung nicht gerade förderliche Zustand musste ein Ende haben. Also Zimmer entrümpelt, Tapete runter und Wände gestrichen. Dann das Nervengewebe im Kopf von Spinnweben und Weberknechten befreit und über eine Staffelei nachgedacht. Am praktischsten erschien eine Wandmontage.
Die Grundstruktur bilden zwei senkrecht an die Wand geschraubte Holzlatten. Darauf schraubte ich den eigentlichen Bildhalter. Oben ist er mit Scharnieren befestigt, eventuell werde ich noch eine Vorrichtung anbringen, mit welcher er in seiner Neigung verändert und arretiert werden kann. Vor allem beim Malen mit dünnflüssigen Farben kann es von Vorteil sein, wenn das Bild etwas mehr in die Waagrechte gekippt werden kann, damit die Farben nicht so leicht nach unten wegfließen können.

Die Traglatten hatte ich extra so lang gewählt, damit ich unter dem Bildhalter noch einen oder zwei Ablageböden anbringen konnte.

Aus Bequemlichkeit benützte ich hierfür zwei Aluminiumwinkel, die sich vor einiger Zeit aufgrund einer anderen Unternehmung bei mir einfanden, aber dann doch nicht verwendet wurden und daher ein vorläufiges Zuhause in einer alten Schublade gefunden hatten.
Leider erwiesen sie sich als zu fragil. Das darübergelegte Brett konnte mit leichtem Fingerdruck um ein oder zwei Millimeter niedergedrückt werden. Für die angedachten Farbtuben, -flaschen, -tiegel, Pinsel und Lappen mag die Tragfähigkeit ausgereicht haben. Aber was, wenn es mir einfiele, nur aus Spaß mich daraufzulegen? Und wenn es nur wäre, um für einen kurzen Moment keine Bodenberührung zu haben, nicht einmal mittelbar über Tisch- oder Stuhlbeine. Zugegeben, auch, wenn man auf einem Brett an der Wand liegt, besteht eine gewisse Verbindung zum Fußboden, doch das ist kein Zweck, welcher der Wand immanent ist. Ihr wahrer Zweck ist das Tragen des Gebälks und der Decke, sowie der Sicht- und Schallschutz innerhalb des Hauses. Das Bergen eines Körpers in der Waagrechten ist da eher ein parasitärischer Vorgang, der vor dem eigentlichen Daseinsgrund der Wand vernachlässigt werden kann.
Aus einem Brett fertigte ich also eigene Tragwinkel. Im Hinblick auf die Anforderungen und nicht zuletzt wegen der dadurch möglichen Verschraubung von unten in doppelter Ausführung mit Quersteg.



So sieht also die zweite, verbesserte Version aus. Sie gefällt mir auch optisch wesentlich besser, die Aluminiumwinkel wirkten doch zu sehr wie Fremdkörper. Den Liegetest hat die Konstruktion schon überstanden. Und sollte irgendwann einmal ein sieben Meter langes Salzwasserkrokodil sich die Treppe hinaufbemühen und zufällig ebenfalls jedem unmittelbaren Kontakt zum Fußboden entsagen wollen, werde ich ihm ohne jede Mulmigkeit das Ablagebrett meiner wandmontierten Staffelei anbieten können.
Ich werde mich beim Malen dann eben gegen das Krokodil lehnen müssen. Aber so ein Krokodil ist ja sehr geduldig und bewegt sich kaum, wenn es erst einmal irgendwo zur Ruhe gekommen ist.

Die Möhre war zum mümmeln, der Zieher zum schrauben
Samstag, 3. Mai 2008
Darf ich vorstellen?
Die Blog-Enten
Marie
und SchranzeIch fürchte, es ist den beiden sowas von schnurzpiepegal, was ich hier über sie schreibe, ich könnte mir sonstwas aus den Fingern saugen, es bliebe unwidersprochen, ja sogar unkommentiert. Zur Zeit scheint ihre einzige Sorge zu sein, ob es jeden Morgen genügend Löwenzahnblüten gibt, die man abrupfen und verspeisen kann. Zur Not tun´s auch Gänseblümchen.
Dabei sind ihr Maisnapf und die Nudelschüssel immer wohlgefüllt, und der Bach ist auch nicht weit.
Vielleicht sollte ich auch anfangen, Löwenzahnblüten und Gänseblümchen zu verspeisen. Falls sie irgendeinen finsteren Plan verfolgen, wäre ich gewappnet, wäre vorbereitet. Aber ich werde so tun, als wäre ich ahnungslos....
Donnerstag, 1. Mai 2008
Frühling, Sonne und das Summen des PC
Der Frühling hält endlich Einzug. Doch was heißt `endlich´? Im Grunde ist es mir ziemlich wurscht. Die Sonne scheint, soviel ist klar, von einem strahlend blauen Himmel, der Horizont nur umsäumt von weißen Wolkenbergen.
Doch warum nur wird soviel Aufhebens gemacht und geschrieben über die Natur?
Ist der innere Kosmos des Menschen nicht bizarr und vielgestaltig genug, um Stoff zu liefern für so manches poetische Traktat?
Weiße Yachten, geblähte Segel auf windzertostem Wasser, die Natur im Aufruhr, es muss geblüht werden.
Welches kranke Synapsenkonstrukt könnte da mithalten?
Wolkenschatten, die sich jagen, oder ruhen, erdunkeln und zergehen unter klaren Frühlingslüften.
Was ist es, das uns zusammenhält und davor bewahrt, in tausend Seufzern in die Lüfte zerstreut zu werden?
Kühl drängt die Frühlingsbrise, fächelt gleichsam, wie sie lockt und fordert.
Es gibt andere Lande, andere Orte, wo ich jetzt nicht sein will, wohin ich mich jetzt sehne, welche mir nicht wichtig sind.





